Finsternis

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Düster lag der Wald da, in dem sich die Schwarzhaarige befand. Die dichten Kronen der krüppeligen Bäume ließen kein Licht durch sich hindurchgleiten und schimmerten blass. Seltsamerweise war es im Wald nicht stockdunkel, wie man es vermutet hätte, irgendwo schien ein Licht, um alles spärlich zu erhellen. Gerade so, dass man Konturen der Pflanzen und Tiere erkannte. Auch die Haut der Frau hob sich deutlich vom Rest ihrer Umgebung ab, zu hell leuchtete sie. Ihre grünen Augen dagegen passten nur allzu gut zu der unheimlichen Umgebung, trotzdem strahlten diese etwas ganz anderes aus. Ein eiskalter Wind fegte durch die Bäume, bewegte leise die Blätter und wirbelte die Haare des Mädchens durch die Luft. Mit zitternden Fingern strich sie sie immer wieder hinters Ohr, doch der Wind war zu stark, als hätten sie dort lange gehalten. Dann erfüllte ein unheimliches Geräusch die Luft, niemand hätte es beschreiben können, aber die Melodie ging durch Mark und Bein.

Plötzlich mischte sich ein feines Klingeln in den Ton, so zierlich, dass Luna nie gedacht hatte, dass dies etwas Böses bedeuten konnte. Das Klingeln, das von feinen Glöckchen verbreitet wurde, mischte sich so hervorragend in die Schauermusik, dass die Frau augenblicklich anfing zu zittern. Noch nie hatte sie sich so allein und ungeschützt gefühlt, wie in diesem Moment. Sie erinnerte sich an die Mütze, die Kira nach ihrem Tod hinterlassen hatte und ihr wurde klar, dass die Tote sie heimsuchte, ihr etwas zu sagen versuchte. Doch Luna war zu ängstlich, um den Hinweis verstehen zu können.
Dann bohrte sich ein Lachen in ihre Gehörgänge und Luna stutze. Ihre Handflächen waren nass, als sie sich an einen Baum, der in der Nähe stand, lehnte. Die Rinde schabte unangenehm an ihrem Rücken, doch das war wohl das Unwichtigste, was passiert war. Sie erkannte das Lachen, das sie jeden Tag durch die Gassen hatte hören können. Mileys Lachen war unverkennbar, so fröhlich war nur er. Urplötzlich roch sie seinen süßen Duft, der an alte Bücher erinnerte. Schnell wischte sie sich über ihr Gesicht, um der Trauer zu entgehen, die sie langsam einfing.
Aber noch war der Horror nicht vorüber. Plötzlich hörte sie eine flüsternde Stimme so nah an ihrem Ohr, dass sie befürchtete, jemand stand neben ihr. Doch als sie erschrocken herumfuhr, erkannte sie nur Leere. Doch der Gesang war noch da. Er klang lieblich, holte sie zurück in die guten alten Zeiten, in der Luna noch ohne Angst leben konnte. Und auch diese Stimme konnte sie einer Person zuordnen. So gut wie jeden Tag hatte sie der fast märchenhaften Sängerin gelauscht, ihr ab und zu Briefe geschrieben, in denen sie ihre Musik lobte. Luna wusste, dass das alles nun vorbei war, doch ihre Bewunderung zu Cathlair war nicht verebbt. Sie war gewachsen, als sie den Beschützer, den Leibwächter, in ihrem Idol erkannte. Luna war stolz darauf, dass die Sängerin so würdevoll gestorben war, wie sie es zu Lebzeiten war.
Plötzlich riss sie ein Geräusch aus ihren Gedanken. Ein Zischen, ein dumpfer Aufprall war zu hören, bevor Luna realisierte, was geschehen war. An einem Baum, nur wenige Meter des ihren, prangte ein Pfeil, der noch leicht auf und ab wippte. Die Rinde des Baumes riss auf. Das Mädchen stutze, bevor sie wusste, dass dies der Pfeil war, mit dem man Valerie ermordet hatte. Als sie an die Frau dachte, füllten sich ihre Augen mit Tränen, doch bevor sie auf den Boden sinken konnte, erweckte ein neues Geräusch ihre Aufmerksamkeit.
Ein Baum war auf die Erde gekracht und kurz darauf erschien ein Leuchten unter ihm. Es erhellte den Wald, brachte Licht und Hoffnung, bevor es dimmte und sich in ein leichtes Schimmern verwandelte. Plötzlich krabbelte ein kleiner Fuchs unter den Ästen der Buche hervor und als er Luna erblickte, rannte er zielstrebig auf sie zu. Sie wunderte sich, dass das Tier keinen Schaden oder Verletzungen davongetragen hatte, doch dann berührte sein Fell ihre Hand und die Zweifel verschwanden. Es schien, als würde der Fuchs Hoffnung ausstrahlen und an sie abgeben. Doch dann, als er verschwunden war, blieb nur Einsamkeit zurück.
Luna spürte, dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis etwas geschah. Die Musik um sie herum war lauer geworden, bündelte sich und plötzlich war alles finster. Das spärliche Licht der unsichtbaren Quelle war verschwunden und Luna fühlte, wie sich Unbehagen und Kälte in ihr ausbreitete. Dann erhellten zwei leuchtend rote Augenpaare für einige Sekunden die Luft, bevor unheimliches Knurren durch den Wald zog. Weiße Zähne blitzten auf, während scharlachrote Augen durch das Bild wanderten.

Luna schauderte und krallte sich fest in die Rinde. Ihr Atem ging schnell und ihr Puls raste. Schweißtropfen bildeten sich auf ihrer Stirn, die dort festfroren, bevor sich neue bildeten. Ihre grünen Augen waren weit aufgerissen. Dann zerbrach die Stimmung abrupt, als ein markerschütternder Schrei Luna zusammenfahren ließ.

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Diesmal gibt es ein kurzes Kapitel, da noch niemand im Abstimmungskapitel einen Verdacht geäußert hat. DIESES KAPITEL IST NOCH NICHT DER TAG. Ihr könnt also alle noch abstimmen.

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